{"id":1602,"date":"2019-11-04T12:09:43","date_gmt":"2019-11-04T12:09:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreaheller.ch\/?p=1602"},"modified":"2023-09-25T12:40:33","modified_gmt":"2023-09-25T12:40:33","slug":"linien-ziehen-in-der-realen-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/?p=1602","title":{"rendered":"Linien ziehen in der realen Welt \u2013 Drawing Lines in the Real World by Aoife Rosenmeyer, 2019"},"content":{"rendered":"\n<p>(deutsch \/ english)<\/p>\n\n\n<p>Auf seiner Fahrt durch eine entlegene Gegend macht ein Tourist halt, um einen Einheimischen nach dem Weg zu fragen.<br \/>\u00abNa ja\u00bb, meint dieser, \u00abvon hier w\u00fcrde ich nicht losfahren \u2026\u00bb<\/p>\n<p>Diese Anekdote aus einer Zeit, in der noch keine Satellitennavigations-systeme zur Verfu\u0308gung standen, scheint sich \u00fcber den Mann auf der Strasse lustig zu machen. Dieser allerdings war in der Lage, sich eine Perspektive vorzustellen, die u\u0308ber die menschliche Erfahrung hinausgeht, denn seinen Weg vom Anfang bis zum Ende zu w\u00e4hlen, das ist ein Luxus, den wir<br \/>nicht haben. Wir bewegen uns um all das herum, was wir antreffen, und fu\u0308gen uns in die vorgegebene Topografie ein. Andrea Heller nimmt den Ausstellungsraum \u2013 dieses aussergew\u00f6hnliche, eigenst\u00e4ndige, isolierte Konstrukt \u2013 mit Werken ein, die dazu angetan sind, uns zum Nachdenken anzuregen u\u0308ber das Wesen, die \u00c4sthetik und die Architektur von Form, die nicht auf einem Konzept, sondern vielmehr auf den Gegebenheiten<br \/>der Realit\u00e4t beruht.<br \/>Die dunkle Installation L\u2019Endroit de l\u2019envers reicht beinahe bis zum Plafond der Salle Poma. Ameisen gleich, denen sich auf ihren Pfaden Hindernisse in den Weg stellen, treffen die Besucherinnen und Besucher hier auf ein massives, dunkles Gebilde, dessen Struktur sich beim Wandeln durch den Raum allm\u00e4hlich erschliesst und sich als Reihe aufeinandergestapelter<br \/>dreieckiger Objekte pr\u00e4sentiert: die urspru\u0308nglichste aller schutzbietenden Formen, hier vervielfacht. Mein Ansinnen, der Bedeutung des Titels auf den Grund zu gehen, fu\u0308hrte mich auf eine Internetseite, die mir als \u00dcbersetzung \u00abder falsche Platz\u00bb anbot und keinen weiteren Deutungsspielraum zuliess. Wer \u00fcber bessere Franz\u00f6sischkenntnisse verf\u00fcgt, kann aus dem Titel allerdings verschiedene Interpretationsm\u00f6glichkeiten herauslesen: So k\u00f6nnten richtig und falsch eins sein, oder aber das Falsche kann auch Richtiges in sich bergen, aussen k\u00f6nnte genauso gut innen sein. L\u2019Endroit de l\u2019envers kann aus jedem beliebigen Winkel betrachtet werden, nicht aber von oben. Tats\u00e4chlich sehe ich gar nicht das Werk selbst, sondern eine digitale Darstellung, aus der ersichtlich ist, wie das fertiggestellte Objekt einmal aussehen soll. Besonders zuverl\u00e4ssige Aussagen sind von meinem<br \/>Blickpunkt dementsprechend nicht zu t\u00e4tigen. Dennoch, in Zeiten von SketchUp und anderer vergleichbarer, leicht zug\u00e4nglicher Software sind wir heutzutage schon recht versiert in der Interpretation solcher Renderings. Visualisierungen k\u00f6nnen um jede noch so unnatu\u0308rliche Achse gedreht werden, und durch die bereits weit verbreiteten Drohnenaufnahmen ist es gar nichts Besonderes mehr, alle m\u00f6glichen Szenen aus der Vogelperspektive betrachten zu k\u00f6nnen. Als Michel de Certeau in den 1980er Jahren den Blick auf New York vom World Trade Center aus beschrieb, tat er das noch aus einer privilegierten und aussergew\u00f6hnlichen Perspektive. \u00abAls Ikarus dort oben [\u2026] kann er die Listen des Daedalus in jenen beweglichen und endlosen Labyrinthen vergessen\u00bb, so Certeau, der dazu aber auch anmerkte, dass es eine Illusion sei, die Stadt aus der Entfernung erfassen zu k\u00f6nnen.<br \/>Jede Stadt kennt sie \u2013 die Spannungen zwischen ihren Bewohnern und deren Handlungen einerseits und der allumfassenden Autorit\u00e4t der Verwaltung andererseits. Die Bewohner machen gemeinsame Sache,<br \/>sie wollen \u00abihr eigenes Spiel spielen und dabei \u2013 ein Lapsus der \u00dcberschaubarkeit \u2013 u\u0308berall wieder die Undurchsichtigkeiten der Geschichte einfu\u0308hren.\u00bb Diese Spielchen lassen an Fallen denken, in die nichts B\u00f6ses Ahnende comic-haft tappen, oder an verborgene Notausstiege fu\u0308r individualistische Stadtbewohner, die sich offiziellen Aufzeichnungen zu entziehen suchen. Betrachtet man Hellers Installationen unter diesem Aspekt, dann werden ihre Seiten zu Falltu\u0308ren, durch die man hindurchkommt, oder aber zu Schwingtu\u0308ren, die sich zwar direkt vor unseren Augen befinden, die wir aber dennoch nicht sehen. Auch ein Kartenhaus kommt hier ins Spiel, schnell gebaut und noch viel<br \/>schneller wieder zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Bernard Rudofskys bedeutendes Werk Architektur ohne Architekten aus dem Jahr 1964, eine Sammlung von Beispielen traditioneller Architektur, hat \u00e4hnliche Publikationen nach sich gezogen. Diese Art der Architektur fu\u0308hrt Traditionen fort, sie beruht nicht auf Entwu\u0308rfen, sondern auf dem, was als notwendig erachtet wird. Sie unterwirft sich den Bedu\u0308rfnissen<br \/>ihrer Bewohnerinnen und Bewohner und verwendet zur Verfu\u0308gung stehende Materialien. Der aus dem Englischen u\u0308bersetzte Untertitel des Werkes \u00abEine kurze Einfu\u0308hrung zu Architektur ohne Stammbaum\u00bb<br \/>(auf Deutsch dann etwas neutraler als \u00abEine Einfu\u0308hrung in die anonyme Architektur\u00bb ver\u00f6ffentlicht) bringt allerdings zum Ausdruck, dass diese geografisch abgelegenen, zweckm\u00e4ssigen Geb\u00e4ude doch mit einer gewissen Herablassung betrachtet wurden, ein Eindruck, der durch die Perspektive der Luftaufnahmen noch verst\u00e4rkt wurde. Hellers 2019 entstandene Reliefserie Terrain vague l\u00e4sst an Rudofskys Buch denken \u2013 allerdings zun\u00e4chst hinsichtlich der \u00c4sthetik und nicht der Methode. Von diesen kleinen, ungebrannten Objekten, die wie mit Speisen beladene Teller wirken, wurden zun\u00e4chst Negativformen hergestellt, mit deren Hilfe in der Folge Gipsgu\u0308sse angefertigt wurden. Die Formen sind gleichsam vertraut<br \/>und fremd, die Massst\u00e4be variieren: Bei einem Objekt k\u00f6nnte es sich um den Plan einer Siedlung handeln, ein anderes, mit purpurroten R\u00e4ndern versehen, k\u00f6nnte eine grosse, hervorstehende Brustwarze darstellen, ein drittes erinnert an ein grosses Schalentier. Eine leuchtende, rosafarbene R\u00f6hre, verschlungen wie ein Darm, ist gleichzeitig ein kleiner Kegel auf einem Hu\u0308gel \u2013 ein Vulkan, gesehen aus der Weltraum-Perspektive.<br \/>Hellers Interesse an traditioneller Architektur zeigte sich allerdings zun\u00e4chst im Kleinen und beeinflusste die ersten Spuren, die sie hinterliess, sowie die Art und Weise, wie ihre Werke entstehen. Bei ihren Zeichnungen l\u00e4sst sie sich im Wesentlichen von grafischen Prinzipien und Strategien leiten, eine einheitliche Gestaltung steht dabei nie im Mittelpunkt. Das Resultat h\u00e4ngt vielmehr davon ab, welche Bilder, welche Formen aus den von ihr verwendeten Medien und Materialien hervorgehen k\u00f6nnen. Was<br \/>daraus entsteht, ist organisch, oft kristallin, l\u00e4sst sich nicht in Kategorien zw\u00e4ngen \u2013 Variation ist ein wesentliches Charakteristikum. Ein Beispiel dafu\u0308r ist die unbetitelte Tuschearbeit auf Papier aus dem Jahr 2019: Sie zeigt ein halbkreisf\u00f6rmiges Gebilde, das eine wenig stabile Basis fu\u0308r eine Gruppe von in helleren T\u00f6nen gehaltenen Dreiecken bietet \u2013 obwohl das dichte Dunkel ihm durchaus Schwere verleiht. Daru\u0308ber bilden zwei Dreiecke den Rahmen fu\u0308r ein drittes; an der Spitze thront der Geist eines<br \/>vierten. Bei einer weiteren Serie, Magnitudes, 2019, bestehend aus gl\u00e4sernen und keramischen Objekten, wird die Ungewissheit von Massstab und Oberfl\u00e4che noch verst\u00e4rkt. Die bemalten Keramikobjekte sind Miniaturberge, infernalische, fantastische Landschaften \u2013 oder aber \u00e4ussert konzentrierte Formen, die an kleine Gegenst\u00e4nde wie etwa Herzmuschel-schalen oder glockenf\u00f6rmige Blumen erinnern und deren graduelle Farbgebung weitere strukturelle Gliederungen andeutet, die dem Auge allerdings verborgen bleiben. Die geblasenen Glaselemente der Serie sind ineinander angeordnet, es ist unm\u00f6glich, zu wissen, ob tats\u00e4chlich \u2013 wie u\u0308blicherweise \u2013 das, was sich hinter der \u00e4usseren Glasschicht verbirgt, der<br \/>Gegenstand unserer Betrachtung sein soll. Es ist unm\u00f6glich, es aus dem Kontext gerissen zu sehen. Als ebensolche Herausforderung pr\u00e4sentiert sich die Serie Vitrine von 2015: Auf Sockel sind unregelm\u00e4ssige Kuppeln aus dreieckigen, fl\u00e4chigen Glaselementen aufgesetzt. Von Weitem sehen diese fragilen, instabilen Strukturen, deren Aufgabe es ist \u2013 so sagt uns zumindest der Titel \u2013, die auf den Sockeln liegenden Bilder zu schu\u0308tzen, so zart wie Seifenblasen aus. Spielt es eine Rolle, ob wir uns innen oder aussen befinden? Wer legt fest, was oder wo der richtige oder der falsche Platz ist? Innen und aussen sind in Andrea Hellers ju\u0308ngsten Werken keine eindeutig definierten Positionen. Zudem widersetzen sie sich dem uns innewohnenden Drang, die \u00dcbersicht behalten zu wollen. In diesem Moment der Irritation fragen wir uns, was Perspektive u\u0308berhaupt bedeutet. Es ist keineswegs selbstverst\u00e4ndlich, dass wir das, was wir sehen, auch verstehen. Manchmal verst\u00e4rkt eine solche \u00dcbersicht die Autorit\u00e4t, Rechte festzulegen, zu kategorisieren oder zu beherrschen, was u\u0308berblickt wird \u2013 eine Autorit\u00e4t, die wir mitunter unreflektiert gew\u00e4hren lassen. Im Gegensatz dazu fu\u0308hrt uns Heller wieder zum Greifbaren zuru\u0308ck, sei es ein Baustein oder eine einfache Geste, sei es im zellul\u00e4ren oder monumentalen<br \/>Massstab. Ihre Formen manifestieren sich als vorsichtig in Erscheinung tretende Architektur, der besondere Individualit\u00e4t innewohnt. Sie m\u00f6gen frei auf dem Blatt schweben, die Idee, auf der sie basieren, und ihre Entstehung sind aber fest in ihnen eingeschrieben. Das Werk steht in Beziehung zu dem K\u00f6rper, der es erschaffen hat, und dem Kontext, in dem er sich bewegt. Das Modell von L\u2019Endroit de l\u2019envers war in Hellers Atelier am Rand eines Tisches platziert. Die Verbindungen von einer Struktur zur n\u00e4chsten und zum Boden erinnerten mich an die Katzentreppen, die in der Schweiz u\u0308berall zu finden sind. Diese pragmatische Architektur zieht jene Linien, die Tiere aus Fleisch und Blut brauchen, um sich quer durch die<br \/>diversen Facetten abstrakter architektonischer Visionen zu bewegen. Gelegentlich ist durchaus eine Flugbahn zu erkennen \u2013 jedoch verl\u00e4uft sie eingebettet in das analoge Leben.<\/p>\n<\/p>\n<p>(english)<\/p>\n<p><strong>Drawing Lines in the Real World<\/strong><br \/>Driving in a remote region, a tourist stops to ask a local man for directions.<br \/>\u2018Well,\u2019 he replies, \u2018I wouldn\u2019t start from here\u2026\u2019<\/p>\n<p>This pre-sat-nav anecdote would have us mock the man on the road. He, however, could conceive of a perspective that was beyond human experience, for to choose one\u2019s trajectory from start to finish is a luxury<br \/>we never have. We navigate around what we encounter and settle into the topography we are given. Andrea Heller occupies the exhibition space \u2013 and the exceptional construct it offers of a discrete, isolated place \u2013 with works that make us consider the nature, aesthetics and architecture of form produced not by design, but building on the contingencies of reality. The dark installation l\u2019Endroit de l\u2019envers almost reaches the ceiling of the Salle Poma. Visitors encounter its solid, dark flank like ants encounter an obstacle in their path, though by moving around the room the structure and path around it become apparent. It is a series of triangular forms heaped on<br \/>top of each other: the most rudimentary of shelters, multiplied. Trying to pin down the title\u2019s significance, an online translation site informed me it meant \u2018the wrong place\u2019, leaving no room for ambiguity. Better French speakers read a title brimming with contemporaneous possibilities: that right and wrong place might be one, or that there might be a right within a<br \/>wrong, that an outside might equally be an inside. We can look up at l\u2019Endroit de l\u2019envers from every angle, but not down. In truth, I cannot see the real work, for I am looking at a digital rendering of what it should look like once built, and my viewpoint is therefore unreliable. Nonetheless, we\u2019ve grown ever more accustomed to reading renderings now that SketchUp and comparable software is easily accessible and widely used, visualisations that can be spun around unnatural axes, while the proliferation of drone filming also means that an omniscient view of any scene from above is commonplace. When Michel de Certeau wrote in the 1980s about the view of New York from the World Trade Centre, his view was still privileged and exceptional. \u2018An Icarus flying above [\u2026] can ignore the devices of Daedalus in mobile and endless labyrinths far below,\u2019 he put it, while noting that to view the distant city as a legible text was an illusion.<em>1<br \/><\/em>Any city is comprised of tensions between individuals and their actions and the overarching authority and machinations of the city administration. Dwellers connive to make \u2018trap-events, these lapses in visibility, [with which they] reproduce the opacities of history everywhere\u2019.2 \u2018Trap-events\u2019 is a delightful turn of phrase that conjures cartoonish falls for unsuspecting<br \/>characters, or an unseen escape hatch for the individualistic urbanite who wants to evade the official record. Look at Heller\u2019s installation with this in<br \/>mind, and her sides become trap-doors that allow passage or swinging doors hiding in plain sight. A house of cards is in play here too: quick to build, even quicker to demolish.<br \/>Bernard Rudofsky\u2019s Architecture Without Architects from 1964 brought together images of vernacular building traditions; it was influential and spawned other similar publications. This architecture does not follow a blueprint but continues a tradition and is constructed out of necessity; it has adapted according to its inhabitants\u2019 needs and employs the materials<br \/>to hand. The full title of the book, however, \u2018A Short Introduction to Non-Pedigreed Architecture\u2019, articulates the condescension with which these kinds of geographically remote, informal construction were regarded, the dominating perspective heightened by aerial photography. Heller\u2019s Terrain vague series of reliefs from 2019 first brings Rudofsky\u2019s book to mind for aesthetic rather than methodological reasons. These small, unfired pieces, akin to as many laden dishes, have been formed in negative, then cast in<br \/>plaster. The shapes are familiar and alien at once, and scale see-saws between them: one might be a map of a settlement, another, blushing purple at its edges, is a large protruding nipple, a third is like a large<br \/>shell-fish. A glowing pink tube curls up together as if an intestine, while alongside it is a small cone on a mound \u2013 a volcano viewed from space. Yet Heller\u2019s interest in vernacular building initially becomes manifest at a small scale, influencing how she begins to make marks and how works evolve. Her drawings are predominantly guided by graphic principles or strategies rather than the realisation of an overall form, and the outcomes are thus determined by how her media, her materials to hand, allow an image to emerge or enable a particular shape. The results are organic and often crystalline, yet quietly unruly too, for variation is a given. Take the untitled ink on paper work from 2019 in which a semi-circular volume forms an unstable base, though its heavy darkness lends it gravity, for a clutch of lighter triangles. Above, two triangles form the frame for a third; the ghost of a fourth rests on top. Another series, Magnitude, 2019, is composed of glass and ceramic objects and heightens the uncertainty of scale and surface. The ceramic, painted objects are miniature mountains, hellish, fantastical landscapes \u2013 or intensely concentrated shapes reminiscent of smaller things, such as cockle-shells or bell-shaped flowers, their gradated<br \/>colour suggesting further levels of structural detail beyond what the eye can see. The blown glass elements of the series place one delicately coloured cloche inside another, yet we cannot say that that which is behind glass \u2013 as is customary \u2013 is the object for our consideration. It cannot be divorced from its context. We are similarly challenged by the Vitrine series from 2015, plinths topped by irregular domes made with triangular panes of sheet glass. They teeter, looking from a distance as delicate as soap bubbles, yet the title tells us that these unsteady structures are the protective housing for the images placed below them on the plinths.<br \/>Does it matter if we are inside or outside? Who determines which or where is the right and wrong place? In these recent works by Heller, inside and outside are porous positions. What is more, the works frustrate our search for habitual oversight; within that momentary irritation we might question what we assume that perspective brings. It is not self-evident that we will understand that which we can see. Sometimes oversight underlines authority, rights to define, to categorise or master what is surveyed \u2013 authority we may concede unthinkingly. In contrast, Heller draws us back to a tangible unit, a building block or a direct gesture, as easily on a cellular as on a monumental scale. Her forms are careful, emergent architecture<br \/>with inherent individuality. They may float freely on the page, but are marked by the conditions of their conception and making. This work relates to the body that makes it and the context she inhabits. In Heller\u2019s studio, a maquette of l\u2019Endroit de l\u2019envers was perched on the edge of a table. The bridges from one structure to the other, and to the ground, remind me of the cat ramps that prevail in Switzerland. This is pragmatic architecture that draws the lines that flesh and fur animals require across the faces of abstract architectural visions. Occasionally a trajectory can really be drawn, but it cuts through embedded, analogue life.<\/p>\n<p>(full texts in deutsch, fran\u00e7ais and english in the catalogue)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(deutsch \/ english) Auf seiner Fahrt durch eine entlegene Gegend macht ein Tourist halt, um einen Einheimischen nach dem Weg zu fragen.\u00abNa ja\u00bb, meint dieser, \u00abvon hier w\u00fcrde ich nicht losfahren \u2026\u00bb Diese Anekdote aus einer Zeit, in der noch keine Satellitennavigations-systeme zur Verfu\u0308gung standen, scheint sich \u00fcber den Mann auf der Strasse lustig zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1995,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[],"class_list":["post-1602","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-28"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1602","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1602"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1602\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1991,"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1602\/revisions\/1991"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1602"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1602"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.andreaheller.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1602"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}